Die genossenschaftliche Pflichtprüfung gemäß § 53 GenG ist Ausdruck des dem genossenschaftlichen Prinzips zugrunde liegenden Gedankens der Selbstverwaltung, Selbsthilfe und Selbstverantwortung. Sie ist mindestens in jedem zweiten Geschäftsjahr durchzuführen und dient der Feststellung der wirtschaftlichen Verhältnisse sowie der Beantwortung der Frage, ob die Geschäfte der Genossenschaft ordnungsgemäß, also nach anerkannten betriebswirtschaftlichen Grundsätzen sowie in Übereinstimmung mit Gesetz und Satzung, geführt werden. Prüfungsgegenstand sind die Einrichtungen der Genossenschaft, ihre Vermögenslage sowie die Geschäftsführung einschließlich der Mitgliederliste.

Übersteigt die Bilanzsumme einer Genossenschaft € 2 Mio. ist die genossenschaftliche Pflichtprüfung in jedem Geschäftsjahr durchzuführen.

Bei Genossenschaften, deren Bilanzsumme € 1 Mio. und deren Umsatzerlöse € 2 Mio. übersteigen, ist im Rahmen der genossenschaftlichen Pflichtprüfung auch der Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und des Lageberichtes nach Maßgabe der hierfür einschlägigen Bestimmungen des Handelsgesetzbuches (HGB) zu prüfen.

Kleine Genossenschaften - das sind Genossenschaften, die diese Größenkriterien nicht erreichen - bieten wir, zugeschnitten auf ihre individuellen Anforderungen, eine auf modularen Komponenten basierende erweiterte Prüfung an, die in Umfang und Inhalt über die Mindestprüfung gemäß § 53 GenG hinausgeht und bei Bedarf bis hin zur vollständigen Prüfung nach § 316 HGB reichen kann. Die "Erweiterungsmodule" müssen allerdings von der kleinen Genossenschaft gesondert beauftragt werden, da sie von unserem gesetzlichen Prüfungsauftrag nicht mehr gedeckt sind.

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