Ist eine Genossenschaft in die Insolvenz geraten und besteht Aussicht darauf, dass eine Unternehmenssanierung möglich ist, bietet die Insolvenzordnung das Instrument des "Insolvenzplanes" an. Ein Insolvenzplan regelt für die Dauer seiner Gültigkeit u.a. die Rechte und Pflichten aller an der Unternehmenssanierung Beteiligten, darunter auch die der Mitglieder der insolventen Genossenschaft, mit dem Ziel, durch die Unternehmensfortführung eine bessere Befriedigung der Gläubiger zu erreichen als im Falle der Zerschlagung des Unternehmens und um zugleich das Unternehmen für seine Eigentümer zu erhalten.
Zum Schutz der Genossenschaftsmitglieder vor Übervorteilung bestimmt § 116 Nr. 4 GenG in Ergänzung der Bestimmungen der Insolvenzordnung, dass vor dem Erörterungstermin des Insolvenzplanes das Insolvenzgericht den Prüfungsverband darüber zu hören hat, ob der Insolvenzplan auch mit den Interessen der Mitglieder vereinbar ist.

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